Hegen & Pflegen

Um wachsen und gedeihen zu können, brauchen die Pflanzen regelmäßige Zuwendung. Dabei gibt es einige Aufgaben, die durch die HausbewohnerInnen übernommen werden können – wie das Gießen, regelmäßige Kontrolle und das Düngen. Etwa 1-2 Mal pro Jahr sollte eine Kontrolle und ggf. Rückschnitt durch Profis erfolgen.

Pflege durch NutzerInnen

Gießen

Die Pflanzen brauchen regelmäßig Wasser. Der Wasserbedarf ist abhängig von:

  • Standort: Strahlungsintensität, Temperaturen, Windverhältnisse, natürlichem Eintrag von Regenwasser, Beschattung, etc.
  • Vegetation: Pflanzenart, Alter, Größe
  • Wichtig: Bedarfsgerechte Winterbewässerung nicht vergessen, besonders bei immergrünen Pflanzen und Modulen, die nach Süden ausgerichtet sind
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Damit Sie immer überprüfen können, ob das Wasserreservoir des Moduls gefüllt ist, ist ein Kontrollschacht eingebaut. Eine Überwässerung des Grünfassadenmoduls ist sehr problematisch für die Pflanze – schlimmer als eine Durststrecke. Daher ist es notwendig, regelmäßig zu kontrollieren, ob die Überläufe des Moduls frei sind und funktionieren.

Bewässerungsvarianten:

Manuelle Bewässerung: Regelmäßige Kontrolle des Wasserbedarfs und Bewässerung mittels Gießkanne oder Schlauch

Oder automatisches Bewässerungssystem z.B. mit Tropfschläuchen (in der Mulchschicht verlaufend; punktuelle, lineare oder flächenförmige Anfeuchtung möglich)

  • Wasser- und Stromanschluss notwendig
  • Steuerung über Zeitschaltuhr oder Sensorik und Datenlogger
  • Möglichkeit der Zuleitung und des Anschlusses/Verlegung notwendig
  • Professionelle Überwachung, fachkundige Wartung und teils Nachsteuerung und Anpassung notwendig

Tipps:

  • Achten Sie auf einen sparsamen Einsatz der Wasserressourcen
  • Verwenden Sie Regenwasser statt Leitungswasser

Es dürfen keinesfalls giftige Stoffe über das Gießwasser in das Substrat gelangen. Wenn Sie sich über die Regenwasser-Qualität nicht sicher sind, verwenden Sie besser Brunnen- oder Leitungswasser.

Düngen

Pflanzen benötigen über den Jahresverlauf gesehen unterschiedliche Hauptnährstoffgruppen (NPK), die vorrationiert zur Verfügung stehen.

Dafür kommen Feststoffdünger oder Depotdünger zum Einsatz. Beim Einsatz einer automatischen Bewässerungsanlage ist auch der Einsatz von Flüssigdünger möglich.

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Im Frühling beispielweise ist die Bildung von jungen Trieben und Blattwerk wichtig, daher sollte das Reservoir mit verfügbarem Stickstoff (N) gefüllt werden. Über den Sommer freuen wir uns über Blüten – um das Blühverhalten zu stärken, hilft Phosphor (P). Im Winter ist Frostresistenz und Härte gefragt – daher beginnen wir im Herbst, die Pflanze mit Kalium (K) zu stärken.

Eine Überdüngung ist in jedem Fall fatal für den pH-Wert des Substrates und für die Pflanze, sollte daher jedenfalls vermieden werden. Halten Sie sich daher bitte genau an die Anweisungen – denn weniger ist oft mehr.

Welche Möglichkeiten der Düngung gibt es?

  • Feststoffdünger, Depotdünger laut Angaben einbringen (natürliche Feststoffdünger wie z.B. Hornspäne sind möglich)
  • Flüssigdünger: Nährstoffversorgung ist über automatisierte Bewässerungsanlage möglich
  • Achtung: Es müssen geeignete Schläuche und Bauteile verwendet werden, ansonsten besteht die Gefahr der Versinterung (Verstopfung) der Schläuche speziell bei Bioflüssigdüngern.
Entscheiden Sie sich im Sinne des Klimaschutzes und der Artenvielfalt für eine ökologische Pflege. Pflanzenstärkungsmittel und organische Dünger werden mit geringem Energie-und Chemieeinsatz hergestellt. Vorbeugende Pflanzenstärkung und –pflege kann rechtzeitig Krankheiten und Schädlingsbefall verhindern. Im Ernstfall stehen biologische Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.
Informationen zu ökologischen Pflegeprodukten erhalten Sie bei DIE UMWELTBERATUNG.

Sichtkontrolle

Das Grünfassaden-Modul zeichnet sich durch höchste Qualität der technischen Komponenten aus. Trotzdem kann es durch Auswirkung von außen oder unvorhergesehene Ereignisse zu Schäden kommen.

Der Zustand des Moduls sollte regelmäßig überprüft werden. Wenn Veränderungen auftreten, bitten wir Sie, das Team von „50 Grüne Häuser“ zu kontaktieren

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Der Zustand des Moduls sollte regelmäßig überprüft werden:

  • Regelmäßige Sichtkontrolle: Prüfen auf Verunreinigungen, Materialermüdung, Schäden etc.
  • Reinigung der Materialien mit passenden Methoden (bitte Angaben des Herstellers beachten)
  • Prüfen der Spannung von flexiblen Kletterhilfen – ggf. Nachspannen (beim ersten Mal durch Untersützung eines Experten)
  • Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktion des Überlaufes

Verunreinigungen

Um Vandalismus zu vermeiden, wurde eine spezielle Bauform und Höhe des Moduls gewählt. Auch Erweiterungen wie eine Schutzblende bzw. Sitzabdeckung helfen. Falls es dennoch zu Verunreinigungen kommt, gilt es folgendes zu beachten:

  • In den meisten Fällen von flüssigen Verunreinigungen (z.B. Urin von Menschen/Tieren oder Softdrinks) hilft das Durchspülen des Substratkörpers mit Wasser oder wenn nötig Austausch bzw. Ergänzung von Substrat.
  • Feststoffe wie Zigarettenkippen, Kot, Essensreste, Verpackungsmüll und ähnliches: Hier hilft in der Regel das Absammeln mit Handschuhen in einen Müllsack und die Entsorgung.

Falls Sie eine Verunreinigung feststellen konnten, sollten Sie uns jedenfalls kontaktieren. Bitte beobachten Sie auch die Reaktion der Pflanze: je älter, robuster und eingelebter, desto leichter wird sie mit Veränderungen ihrer Umwelt fertig. Wenn es häufiger zu Verunreinigungen kommt, empfehlen wir die Nachrüstung einer Blende.

Protokoll

50 grüne Häuser ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, daher möchten wir unser Grünfassadenmodul mit Ihnen gemeinsam im Betrieb testen und Sie dabei begleiten. Die Ergebnisse dienen der Weiterentwicklung des Grünfassaden-Moduls, denn in Zukunft sollen noch mehr Menschen in der Stadt von diesem System profitieren können.

Die 50 ersten Grünfassaden-Module werden im Rahmen des Forschungsprojektes kostenfrei vergeben, im Gegenzug ist die Teilnahme beim Pflege- und Monitoringprogramm verpflichtend. Dazu wird ein „Pflegetagebuch“ zur Dokumentation der Pflege zur Verfügung gestellt. Rücksprachen mit dem Projektteam sind bei Bedarf möglich.

Pflegeintervalle:

  • Gießen: 1-2x pro Woche
  • Sichtkontrolle: 1-2x pro Monat
  • Düngen: 3x pro Jahr

Pflege durch Profis

In regelmäßigen Abständen – ein oder zweimal pro Jahr – sollte jedes Grünfassaden-Modul von Profis gepflegt werden. Ingesamt liegen die Kosten für Pflege bei ca. 25€ pro Monat. Diese können über die Betriebskosten auf die Hausgemeinschaft aufgeteilt werden.

Maßnahmen

  • Sichtkontrollen in Bezug auf das optische Erscheinungsbild der Pflanze (Schadbilder: Blätter hängen, wirken lasch, sind nicht in der richtigen Jahreszeit verfärbt, wirken fahl, haben braune Flecken, Schädlingsbefall mit freiem Auge erkennbar, etc.)
  • Form-, Erziehungs- sowie Rückschnitte der Vegetation je nach Pflanzenart
  • Lenken und ggf. fixieren von Trieben bei Kletterpflanzen wenn diese sich abgewickelt haben sollten, z.B. durch ein Sturmereignis mit geeigneten Bindern
  • Entfernen von abgefallenem Laub und Fremdvegetation
  • Entfernen und Ersetzen von ausgefallener Vegetation

Häufigkeit

Wie oft muss die Begrünung gepflegt werden? Der Pflegeintervall ist abhängig von der Bepflanzung und des gewünschten Erscheinungsbilds.

  • empfohlen mind. 1 x jährlich im Frühjahr
  • besser 2 x jährlich im Frühjahr und Herbst, oder öfter bei Bedarf: Regelmäßige Sichtkontrolle für rechtzeitiges Erkennen von notwendigen Maßnahmen

50 Grüne Häuser wird ermöglicht durch

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Stadt der Zukunft” realisiert. „Stadt der Zukunft“ ist ein Forschungs- und Technologieprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie. Es wird im Auftrag des BMVIT von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) abgewickelt.

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